Land übergibt Teile des Mellensees an gleichnamige Kommune

Finanzstaatssekretärin Trochowski überträgt Teile des Gewässers
In der Gemeinde hatten sich Bürger gegen Privatisierung durch Bund gewehrt

Potsdam/ Am Mel­len­see– Im Rah­men des 13. Fischer­fes­tes hat heu­te Bran­den­burgs Finanz­staats­se­kre­tä­rin Danie­la Tro­chow­ski die auf dem Ter­ri­to­ri­um der Gemein­de Am Mel­len­see lie­gen­den Tei­le des Mel­len­sees an die gleich­na­mi­ge Kom­mu­ne über­ge­ben. Der ande­re, sich auf das Gebiet der Stadt Zos­sen (bei­de Tel­tow-Flä­ming) erstre­cken­de Teil des Mel­len­sees wird auf die Stadt Zos­sen über­tra­gen. Sym­bo­lisch für das Gewäs­ser über­gab Finanz­staats­se­kre­tä­rin Tro­chow­ski eine Urkun­de an Frank Bro­shog, den Bür­ger­meis­ter der amts­frei­en Gemein­de Am Mel­len­see. Der Mel­len­see gehört zu dem ers­ten, 65 Gewäs­ser umfas­sen­den Seen­pa­ket, das das Land für ins­ge­samt 3,74 Mil­lio­nen Euro vom Bund über­nom­men hat­te, um eine Pri­va­ti­sie­rung zu ver­hin­dern und den öffent­li­chen Zugang zum See zu sichern.

Finanz­staats­se­kre­tä­rin Tro­chow­ski beton­te bei der sym­bo­li­schen Über­ga­be des Gewäs­sers, dass sich in der Gemein­de Am Mel­len­see im Jahr 2007 vie­le Bür­ge­rin­nen und Bür­ger gegen eine Pri­va­ti­sie­rung des Sees durch die bun­des­ei­ge­ne Boden­ver­wer­tungs- und ‑ver­wal­tungs­ge­sell­schaft mbH (BVVG) gewehrt hat­ten. „Hier in der Gemein­de gab es Irri­ta­tio­nen, als bei der Bean­tra­gung von För­der­mit­teln für die Errich­tung eines Beob­ach­tungs­stegs die BVVG eine ent­spre­chen­de Bestä­ti­gung mit dem Hin­weis ver­sag­te, man wis­se nicht, ob das im Inter­es­se eines künf­ti­gen Besit­zes des Sees wäre“, blick­te Tro­chow­ski zurück. In der Fol­ge hät­ten Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in der Gemein­de Unter­schrif­ten gegen eine Pri­va­ti­sie­rung und für einen öffent­li­chen Zugang zum See gesam­melt. Dies sei in eine ent­spre­chen­de Online-Peti­ti­on an den Deut­schen Bun­des­tag gemün­det, erin­ner­te Tro­chow­ski, die das The­ma auch über­re­gio­nal bekannt gemacht hät­te.

Wir als Land haben die­ses Anlie­gen unter­stützt und ent­spre­chend gehan­delt. Man stel­le sich nur ein­mal vor, der namens­ge­ben­de See der Gemein­de wäre nicht für die Öffent­lich­keit zugäng­lich“, beton­te Tro­chow­ski. Den­noch sei für sie die Über­nah­me der Seen mit einem wei­nen­den und einem lachen­den Auge ver­bun­den gewe­sen, da die dama­li­ge schwarz-gel­be Bun­des­re­gie­rung nicht bereit gewe­sen sei, die Seen kos­ten­los an Bran­den­burg zu über­tra­gen. „Gene­rell hal­te ich es nach wie vor für pro­ble­ma­tisch, dass der Bund für Seen, die vor­mals dem Volks­ver­mö­gen der DDR zuge­ord­ne­ten waren und wei­ter­hin in der öffent­li­chen Hand ver­blei­ben, einen Ver­kaufs­er­lös erzie­len will“, kri­ti­sier­te Tro­chow­ski. Aber gera­de am Bei­spiel des Mel­len­sees wer­de deut­lich, dass es den­noch rich­tig gewe­sen sei, als Land die Seen zu sichern, „um damit auch künf­tig den öffent­li­chen Zugang zu die­sen Gewäs­sern zu gewähr­leis­ten und eine Pri­va­ti­sie­rung zu ver­hin­dern“.

Das Land Bran­den­burg hat­te sich im August 2012 mit der bun­des­ei­ge­nen Boden­ver­wer­tungs- und ‑ver­wal­tungs­ge­sell­schaft mbH (BVVG) auf die Über­nah­me von 65 Seen für ins­ge­samt 3,74 Mil­lio­nen Euro geei­nigt. 46 der 65 Seen aus dem ers­ten Seen­pa­ket über­trägt das Land Bran­den­burg nach jet­zi­ger Pla­nung nach Zustim­mung des Aus­schus­ses für Haus­halt und Finan­zen des Land­ta­ges Bran­den­burg unent­gelt­lich an die jewei­li­gen Kom­mu­nen vor Ort (soge­nann­te Bele­gen­heits­kom­mu­nen). Die 19 wei­te­ren Seen sind der Landes­natur­schutz­flächen­verwaltung (13) und der Lan­des­forst­ver­wal­tung (sechs) zuge­ord­net, kön­nen aber auf Antrag und Gre­mi­en­be­schluss der jewei­li­gen Bele­gen­heits­kom­mu­ne sowie nach Prü­fung durch das fach­lich zustän­di­ge Minis­te­ri­um und nach Zustim­mung des Kabi­netts die­sen über­tra­gen wer­den.

Par­al­lel zu die­ser Über­tra­gung von Gewäs­ser­flä­chen auf die Kom­mu­nen über­nimmt das Land wei­te­re Gewäs­ser­flä­chen, um auch für die­se Gewäs­ser den Ver­kauf an Pri­vat­ei­gen­tü­mer zu ver­hin­dern und damit den Zugang für die Öffent­lich­keit zu sichern. Am 17. Juni 2014 ermäch­tig­te die Lan­des­re­gie­rung den Finanz­mi­nis­ter Chris­ti­an Gör­ke, die Ver­ein­ba­rung über ein zwei­tes, zwi­schen dem Finanz­mi­nis­te­ri­um und der BVVG abschlie­ßend ver­han­del­tes Seen­pa­ket abzu­schlie­ßen. Damit über­nimmt das Land Bran­den­burg von der BVVG ins­ge­samt wei­te­re 51 Gewäs­ser und teil­wei­se Gewäs­ser­rand­strei­fen mit einer Gesamt­flä­che von 820,51 Hekt­ar. Dafür zahlt das Land einen Aus­gleichs­be­trag von 1,72 Mil­lio­nen Euro. Gleich­zei­tig stimm­te die Lan­des­re­gie­rung zu, dass das Finanz­mi­nis­te­ri­um auch die begon­ne­nen Ver­hand­lun­gen zu einem drit­ten und vier­ten Gewäs­ser­pa­ket zum Abschluss bringt.

Zum Hin­ter­grund:

Nach Pro­tes­ten aus den neu­en Bun­des­län­dern, ins­be­son­de­re Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Bran­den­burg, hat­te sich die BVVG auf Initia­ti­ve von SPD und Lin­ke im August 2009 bereit­erklärt, im Rah­men eines Mora­to­ri­ums die wei­te­re Pri­va­ti­sie­rung von Seen aus dem Treu­hand­ver­mö­gen vor­erst ein­zu­stel­len und Ver­hand­lun­gen mit den Län­dern auf­zu­neh­men.

Ers­tes Seen­pa­ket: Im August 2012 hat­te sich das Land Bran­den­burg mit der BVVG auf die Über­nah­me von 65 Seen zu einem Betrag von ins­ge­samt 3,74 Mil­lio­nen Euro geei­nigt, Ende Janu­ar 2013 stimm­te die Lan­des­re­gie­rung der Über­nah­me zu. Zu die­sem ers­ten Paket gehö­ren unter ande­rem der Fahr­län­der See in Pots­dam, der Mel­len­see im Land­kreis Tel­tow-Flä­ming und der Dreetz­see im Land­kreis Ober­ha­vel. Ins­ge­samt umfasst das Paket 3.135 Hekt­ar Was­ser­flä­che nebst angren­zen­den Ufer­flä­chen ver­schie­de­ner Nut­zungs­ar­ten.

Zwei­tes Seen­pa­ket: Mit dem zwei­ten Paket über­nimmt das Land Bran­den­burg von der BVVG ins­ge­samt 51 Gewäs­ser und teil­wei­se Gewäs­ser­rand­strei­fen mit einer Gesamt­flä­che von 820,51 Hekt­ar für einen Aus­gleichs­be­trag von 1,72 Mil­lio­nen Euro.

Drit­tes Seen­pa­ket: Das Land ver­han­delt mit der BVVG über wei­te­re Seen, die klei­ner als fünf Hekt­ar, aber grö­ßer als ein Hekt­ar sind.

Vier­tes Seen­pa­ket: Mit der Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben ver­han­delt das Land die Über­nah­me wei­te­rer Gewäs­ser.

Finanzminister Görke: Weg frei für die Übergabe weiterer Gewässerflächen an die Kommunen

Ausschuss für Haushalt und Finanzen des Landtages Brandenburg stimmt der unentgeltlichen Übertragung weiterer 19 Gewässer­flächen auf die Kommunen zu

Pots­dam – Nach­dem der Aus­schuss für Haus­halt und Finan­zen des Land­ta­ges Bran­den­burg im Juni 2014 bereits für 17 Gewäs­ser­flä­chen des so genann­ten ers­ten Gewäs­ser­pa­ke­tes die unent­gelt­li­che Über­tra­gung auf die Kom­mu­nen beschlos­sen hat, stimm­te der Aus­schuss heu­te im Rah­men einer Son­der­sit­zung für wei­te­re 19 Gewäs­ser­flä­chen der Über­tra­gung zu. Zu die­sen Gewäs­sern gehö­ren bei­spiels­wei­se der Fahr­län­der See in Pots­dam, der auf den Gebie­ten der Stadt Zos­sen und der Gemein­de Am Mel­len­see gele­ge­ne Mel­len­see sowie der Gro­ße Mochow­see in der Gemein­de Schwie­loch­see. Der Gro­ße Mochow­see war ursprüng­lich zum Ver­bleib im Lan­des­ei­gen­tum vor­ge­se­hen. Nach Zustim­mung der Lan­des­re­gie­rung vom 17. Juni 2014 ist hier nun­mehr auch die Kom­mu­na­li­sie­rung mög­lich.

Mit die­ser Ent­schei­dung des Aus­schus­ses für Haus­halt und Finan­zen ist die unent­gelt­li­che Über­tra­gung für einen Groß­teil der bis­her vom Land über­nom­me­nen Gewäs­ser­flä­chen beschlos­se­ne Sache. Das Land Bran­den­burg hat­te sich im August 2012 mit der bun­des­ei­ge­nen Boden­ver­wer­tungs- und ‑ver­wal­tungs­ge­sell­schaft mbH (BVVG) auf die Über­nah­me von 65 Seen für ins­ge­samt 3,74 Mil­lio­nen Euro geei­nigt, um deren öffent­li­chen Zugang zu sichern. 46 der 65 Seen aus dem ers­ten Seen­pa­ket über­trägt das Land Bran­den­burg nach jet­zi­ger Pla­nung nach Zustim­mung des Aus­schus­ses für Haus­halt und Finan­zen des Land­ta­ges Bran­den­burg unent­gelt­lich an die jewei­li­gen Kom­mu­nen vor Ort. Die 19 wei­te­ren Seen sind der Landes­natur­schutz­flächen­verwaltung (13) und der Lan­des­forst­ver­wal­tung (6) zuge­ord­net, kön­nen aber auf Antrag und Gre­mi­en­be­schluss der jewei­li­gen Bele­gen­heits­kom­mu­ne sowie nach Prü­fung durch das fach­lich zustän­di­ge Minis­te­ri­um und nach Zustim­mung des Kabi­netts die­sen über­tra­gen wer­den.

Par­al­lel zu die­ser Über­tra­gung von Gewäs­ser­flä­chen auf die Kom­mu­nen über­nimmt das Land wei­te­re Gewäs­ser­flä­chen, um auch für die­se Gewäs­ser den Ver­kauf an Pri­vat­ei­gen­tü­mer zu ver­hin­dern und damit den Zugang für die Öffent­lich­keit zu sichern. Am 17. Juni 2014 ermäch­tig­te die Lan­des­re­gie­rung den Finanz­mi­nis­ter Chris­ti­an Gör­ke, die Ver­ein­ba­rung über ein zwei­tes, zwi­schen dem Finanz­mi­nis­te­ri­um und der BVVG abschlie­ßend ver­han­del­tes zwei­tes Seen­pa­ket abzu­schlie­ßen. Damit über­nimmt das Land Bran­den­burg von der BVVG ins­ge­samt wei­te­re 51 Gewäs­ser und teil­wei­se Gewäs­ser­rand­strei­fen mit einer Gesamt­flä­che von 820,51 Hekt­ar. Dafür zahlt das Land einen Aus­gleichs­be­trag von 1,72 Mil­lio­nen Euro. Zu die­sem zwei­ten Gewäs­ser­pa­ket gehö­ren neben zum Teil klei­ne­ren Seen bei­spiels­wei­se auch der Annahüt­ter See in der Gemein­de Schip­kau (Ober­spree­wald-Lau­sitz) mit einer Gesamt­flä­che von rund 203 Hekt­ar, der Gött­in­see bei Ket­zin (Pots­dam-Mit­tel­mark) mit einer Grö­ße von rund 20 Hekt­ar und eini­ge Gewäs­ser, wie bei­spiels­wei­se der Prer­au­er Stich in Zehdenick/Oberhavel, an denen nur Teil­ei­gen­tum des Bun­des besteht. Gleich­zei­tig stimm­te die Lan­des­re­gie­rung zu, dass das Finanz­mi­nis­te­ri­um auch die begon­ne­nen Ver­hand­lun­gen zu einem drit­ten und vier­ten Gewäs­ser­pa­ket zum Abschluss bringt.

 

Zum Hin­ter­grund:

Nach Pro­tes­ten aus den neu­en Bun­des­län­dern, ins­be­son­de­re Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Bran­den­burg, hat­te sich die BVVG auf Initia­ti­ve von SPD und Lin­ke im August 2009 bereit­erklärt, im Rah­men eines Mora­to­ri­ums die wei­te­re Pri­va­ti­sie­rung von Seen aus dem Treu­hand­ver­mö­gen vor­erst ein­zu­stel­len und Ver­hand­lun­gen mit den Län­dern auf­zu­neh­men.

Ers­tes Seen­pa­ket: Im August 2012 hat­te sich das Land Bran­den­burg mit der BVVG auf die Über­nah­me von 65 Seen zu einem Betrag von ins­ge­samt 3,74 Mil­lio­nen Euro geei­nigt, Ende Janu­ar 2013 stimm­te die Lan­des­re­gie­rung der Über­nah­me zu. Zu die­sem ers­ten Paket gehö­ren unter ande­rem der Fahr­län­der See in Pots­dam, der Mel­len­see im Land­kreis Tel­tow-Flä­ming und der Dreetz­see im Land­kreis Ober­ha­vel. Ins­ge­samt umfasst das Paket 3.135 Hekt­ar Was­ser­flä­che nebst angren­zen­den Ufer­flä­chen ver­schie­de­ner Nut­zungs­ar­ten.

Zwei­tes Seen­pa­ket: Mit dem zwei­ten Paket über­nimmt das Land Bran­den­burg von der BVVG ins­ge­samt 51 Gewäs­ser und teil­wei­se Gewäs­ser­rand­strei­fen mit einer Gesamt­flä­che von 820,51 Hekt­ar für einen Aus­gleichs­be­trag von 1,72 Mil­lio­nen Euro.

Drit­tes Seen­pa­ket: Das Land ver­han­delt mit der BVVG über wei­te­re Seen, die klei­ner als fünf Hekt­ar, aber grö­ßer als ein Hekt­ar sind.

Vier­tes Seen­pa­ket: Mit der Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben ver­han­delt das Land die Über­nah­me wei­te­rer Gewäs­ser.

Symbolische Übergabe des ersten Seenpakets an Brandenburgs Kommunen

Finanzminister Görke übergibt stellvertretend für gesamtes Paket vier Seen an die Stadt Angermünde

Potsdam/ Anger­mün­de – Nach jah­re­lan­gen Dis­kus­sio­nen und Pro­tes­ten gegen eine mög­li­che Pri­va­ti­sie­rung von Gewäs­sern hat heu­te Bran­den­burgs Finanz­mi­nis­ter Chris­ti­an Gör­ke die Seen aus dem ers­ten vom Bund über­nom­me­nen Seen­pa­ket sym­bo­lisch an die Kom­mu­nen im Land über­ge­ben. Stell­ver­tre­tend für die 46 Seen über­gab der Finanz­mi­nis­ter die vier in der Gemar­kung von Anger­mün­de lie­gen­den Seen an den Bür­ger­meis­ter der ucker­mär­ki­schen Stadt, Wolf­gang Kra­kow. Am Ufer des Gro­ßen Peet­zigsees über­reich­te er dem Anger­mün­der Stadt­ober­haupt im Bei­sein des Land­ra­tes der Ucker­mark, Diet­mar Schul­ze, ein Ruder mit einer Inschrift zur Über­ga­be des ers­ten Seen­pa­ke­tes. Neben dem Gro­ßen Peetzigsee/Burgsee erhält Anger­mün­de aus dem Paket auch den Rosin­see, den Dob­ber­zi­ner See und den Petsch­see unent­gelt­lich vom Land.

Ansicht des am 4.7.2017 symbolisch überreichten Ruders (Foto: MdF)

Ansicht des am 4.7.2017 sym­bo­lisch über­reich­ten Ruders (Foto: MdF)

Finanz­mi­nis­ter Gör­ke beton­te bei der sym­bo­li­schen Über­ga­be des Seen­pa­kets: „Mit der Über­nah­me von Seen und Ufer­flä­chen in Lan­des­ei­gen­tum und der unent­gelt­li­chen Über­tra­gung die­ser Gewäs­ser an die Kom­mu­nen stellt das Land Bran­den­burg sicher, dass auch künf­ti­ge Genera­tio­nen frei­en Zugang zu den Bran­den­bur­ger Seen haben.“

Der Minis­ter unter­strich wei­ter, dass die Über­nah­me der Seen für ihn mit einem wei­nen­den und einem lachen­den Auge ver­bun­den gewe­sen sei. Einer­seits sei die dama­li­ge schwarz-gel­be Bun­des­re­gie­rung nicht bereit gewe­sen, die Seen kos­ten­los an Bran­den­burg zu über­tra­gen. „Gene­rell hal­te ich es nach wie vor für pro­ble­ma­tisch, dass der Bund für Seen, die vor­mals dem Volks­ver­mö­gen der DDR zuge­ord­ne­ten waren und wei­ter­hin in der öffent­li­chen Hand ver­blei­ben, einen Ver­kaufs­er­lös erzie­len will“, kri­ti­sier­te Gör­ke. Ande­rer­seits hal­te er es unter die­sen poli­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen für rich­tig, als Land die Seen zu sichern, „um damit auch künf­tig den öffent­li­chen Zugang zu die­sen Gewäs­sern zu gewähr­leis­ten und eine Pri­va­ti­sie­rung zu ver­hin­dern“.

Das Land Bran­den­burg hat­te sich im August 2012 mit der bun­des­ei­ge­nen Boden­ver­wer­tungs- und ver­wal­tungs­ge­sell­schaft mbH (BVVG) auf die Über­nah­me von 65 Seen für ins­ge­samt 3,74 Mil­lio­nen Euro geei­nigt. 46 der 65 Seen aus dem ers­ten Seen­pa­ket über­trägt das Land Bran­den­burg nach jet­zi­ger Pla­nung nach Zustim­mung des Aus­schus­ses für Haus­halt und Finan­zen des Land­ta­ges Bran­den­burg unent­gelt­lich an die jewei­li­gen Kom­mu­nen vor Ort. Die 19 wei­te­ren Seen sind der Landes­natur­schutz­flächen­verwaltung (13) und der Lan­des­forst­ver­wal­tung (sechs) zuge­ord­net, kön­nen aber auf Antrag der Kom­mu­nen vor Ort die­sen über­tra­gen wer­den.

Am 17. Juni 2014 stimm­te das Kabi­nett außer­dem einer Vor­la­ge von Finanz­mi­nis­ter Gör­ke zu einem zwei­ten Seen­pa­ket zu. Der Finanz­mi­nis­ter wur­de mit dem Beschluss ermäch­tigt, die Ver­ein­ba­rung über das zwei­te, zwi­schen dem Finanz­mi­nis­te­ri­um und der BVVG ver­han­del­te Paket abzu­schlie­ßen. Damit über­nimmt das Land Bran­den­burg von der BVVG ins­ge­samt wei­te­re 51 Gewäs­ser und teil­wei­se Gewäs­ser­rand­strei­fen mit einer Gesamt­flä­che von 820,51 Hekt­ar. Dafür zahlt das Land einen Aus­gleichs­be­trag von 1,72 Mil­lio­nen Euro. Zu die­sem zwei­ten Gewäs­ser­pa­ket gehö­ren neben zum Teil klei­ne­ren Seen bei­spiels­wei­se auch der Annahüt­ter See in der Gemein­de Schip­kau (Ober­spree­wald-Lau­sitz) mit einer Gesamt­flä­che von rund 203 Hekt­ar, der Gött­in­see bei Ket­zin (Pots­dam-Mit­tel­mark) mit einer Grö­ße von rund 20 Hekt­ar und eini­ge Gewäs­ser, wie bei­spiels­wei­se der Prer­au­er Stich in Zehdenick/Oberhavel, an denen nur Teil­ei­gen­tum des Bun­des besteht. Gleich­zei­tig stimm­te die Lan­des­re­gie­rung zu, dass das Finanz­mi­nis­te­ri­um auch die begon­ne­nen Ver­hand­lun­gen zu einem drit­ten und vier­ten Gewäs­ser­pa­ket zum Abschluss bringt.

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Zum Hin­ter­grund:

Nach Pro­tes­ten aus den neu­en Bun­des­län­dern, ins­be­son­de­re Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Bran­den­burg, hat­te sich die BVVG auf Initia­ti­ve von SPD und Lin­ke im August 2009 bereit­erklärt, im Rah­men eines Mora­to­ri­ums die wei­te­re Pri­va­ti­sie­rung von Seen aus dem Treu­hand­ver­mö­gen vor­erst ein­zu­stel­len und Ver­hand­lun­gen mit den Län­dern auf­zu­neh­men.

Ers­tes Seen­pa­ket: Im August 2012 hat­te sich das Land Bran­den­burg mit der BVVG auf die Über­nah­me von 65 Seen zu einem Betrag von ins­ge­samt 3,74 Mil­lio­nen Euro geei­nigt, Ende Janu­ar 2013 stimm­te die Lan­des­re­gie­rung der Über­nah­me zu. Zu die­sem ers­ten Paket gehö­ren unter ande­rem der Fahr­län­der See in Pots­dam, der Mel­len­see im Land­kreis Tel­tow-Flä­ming und der Dreetz­see im Land­kreis Ober­ha­vel. Ins­ge­samt umfasst das Paket 3.135 Hekt­ar Was­ser­flä­che nebst angren­zen­den Ufer­flä­chen ver­schie­de­ner Nut­zungs­ar­ten.

Zwei­tes Seen­pa­ket: Mit dem zwei­ten Paket über­nimmt das Land Bran­den­burg von der BVVG ins­ge­samt 51 Gewäs­ser und teil­wei­se Gewäs­ser­rand­strei­fen mit einer Gesamt­flä­che von 820,51 Hekt­ar für einen Aus­gleichs­be­trag von 1,72 Mil­lio­nen Euro.

Drit­tes Seen­pa­ket: Das Land ver­han­delt mit der BVVG über wei­te­re Seen, die klei­ner als fünf Hekt­ar, aber grö­ßer als ein Hekt­ar sind.

Vier­tes Seen­pa­ket: Mit der Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben ver­han­delt das Land die Über­nah­me wei­te­rer Gewäs­ser.

Land übernimmt weiteres Seenpaket vom Bund

Der öffent­li­che Zugang zu 51 wei­te­ren Seen im Land Bran­den­burg ist gesi­chert. Die Über­nah­me die­ser Gewäs­ser von der bun­des­ei­ge­nen Boden­ver­wer­tungs- und ver­wal­tungs­ge­sell­schaft mbH (BVVG) wur­de heu­te vom Kabi­nett gebil­ligt. Finanz­mi­nis­ter Chris­ti­an Gör­ke ist mit dem Beschluss ermäch­tigt, die Ver­ein­ba­rung über ein zwei­tes, zwi­schen dem Finanz­mi­nis­te­ri­um und der BVVG abschlie­ßend ver­han­del­tes Paket zu den 51 Gewäs­sern abzu­schlie­ßen. Gleich­zei­tig stimm­te die Lan­des­re­gie­rung zu, dass das Finanz­mi­nis­te­ri­um auch die begon­ne­nen Ver­hand­lun­gen zu einem drit­ten und vier­ten Gewäs­ser­pa­ket zum Abschluss bringt. Wie beim ers­ten vom Bund über­nom­me­nen Paket war es das Ziel des Lan­des, den Ver­kauf der Seen an Pri­vat­ei­gen­tü­mer zu ver­hin­dern und damit den Zugang für die Öffent­lich­keit zu sichern. Alle 51 Seen will das Land den jewei­li­gen Kom­mu­nen vor Ort zur Über­nah­me anbie­ten.

Minis­ter­prä­si­dent Diet­mar Woid­ke beton­te bei der Vor­stel­lung des Kabi­netts­be­schlus­ses in Pots­dam: „Das ist ein guter Tag für Bran­den­burg. Das Kabi­nett hat den frei­en Zugang der Men­schen zu dem gro­ßen Natur­schatz unse­res Lan­des gesi­chert. Bran­den­burg hat sich jah­re­lang gegen­über dem Bund für die­sen Weg ein­ge­setzt. Sie wuss­te sich dabei im Ein­klang mit der gro­ßen Mehr­heit der bran­den­bur­gi­schen Bevöl­ke­rung. Inso­fern ist die heu­ti­ge  Ent­schei­dung der Abschluss eines lan­gen, erfolg­rei­chen, gemein­sa­men poli­ti­schen Rin­gens der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger und der Lan­des­re­gie­rung. Unter den Seen sind auch sol­che, die dem Natur­schutz oder der Forst zuge­ord­net sind. Ich wei­se aus­drück­lich dar­auf­hin, dass der jewei­li­ge natur­schutz­recht­li­che Sta­tus in kei­ner Wei­se von der Über­tra­gung berührt wird.“

Finanz­mi­nis­ter Gör­ke: „Die Über­nah­me wei­te­rer Seen ist eine gute Nach­richt für die Men­schen in Bran­den­burg, auch wenn sie für den Finanz­mi­nis­ter mit einem wei­nen­den und einen lachen­dem Auge ver­bun­den ist. Einer­seits war der Bund lei­der nicht bereit, die Seen kos­ten­los auf Bran­den­burg zu über­tra­gen. Das ist nur schwer nach­zu­voll­zie­hen, schließ­lich han­del­te es sich bei den Seen um Volks­ei­gen­tum, das der Bund von der DDR ‚geerbt‘ hat­te. Ande­rer­seits über­wog bei der Ent­schei­dung, die wei­te­re Pri­va­ti­sie­rung von Seen zu ver­hin­dern. Wir sichern mit der Über­nah­me, dass mög­lichst vie­le Bür­ger die Seen nut­zen kön­nen.“

Mit dem soge­nann­ten zwei­ten Gewäs­ser­pa­ket über­nimmt das Land Bran­den­burg von der BVVG ins­ge­samt 51 Gewäs­ser und teil­wei­se Gewäs­ser­rand­strei­fen mit einer Gesamt­flä­che von 820,51 Hekt­ar. Dafür zahlt das Land einen Aus­gleichs­be­trag von 1,72 Mil­lio­nen Euro. Zu die­sem zwei­ten Gewäs­ser­pa­ket gehö­ren neben zum Teil klei­ne­ren Seen bei­spiels­wei­se auch der Annahüt­ter See in der Gemein­de Schip­kau (Ober­spree­wald-Lau­sitz) mit einer Gesamt­flä­che von rund 203 Hekt­ar, der Gött­in­see bei Ket­zin (Pots­dam-Mit­tel­mark) mit einer Grö­ße von rund 20 Hekt­ar und eini­ge Gewäs­ser, wie bei­spiels­wei­se der Prer­au­er Stich in Zehdenick/Oberhavel, an denen nur Teil­ei­gen­tum des Bun­des besteht. „Gera­de bei die­sen Seen ist es wich­tig, dass das Land Bran­den­burg mit sei­ner Ver­mö­gens­po­li­tik dafür Sor­ge trägt, auch für die­se Gewäs­ser eine kom­plet­te Pri­va­ti­sie­rung zu ver­hin­dern und so den dau­er­haf­ten öffent­li­chen Zugang zu die­sen Gewäs­sern abzu­si­chern“, beton­te Gör­ke.

Nicht im zwei­ten Paket ent­hal­ten sind Gewäs­ser im Eigen­tum der BVVG mit einer Grö­ße von weni­ger als fünf, aber grö­ßer als ein Hekt­ar. Hier­bei han­delt es sich teil­wei­se nur um sumpf­ar­ti­ge, mit­un­ter ver­san­de­te Tei­che, die der­zeit als drit­tes Gewäs­ser­pa­ket ver­han­delt wer­den. Zudem wer­den auch mit der Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben (BImA) Ver­hand­lun­gen zur Über­nah­me von wei­te­ren Gewäs­sern geführt, die in deren Eigen­tum ste­hen.

Anders als beim ers­ten Gewäs­ser­pa­ket wer­den nicht nur die 51 Seen die­ses zwei­ten Pake­tes, son­dern auch die Seen der bei­den wei­te­ren Pake­te zuerst den Kom­mu­nen vor Ort (soge­nann­te Bele­gen­heits­ge­mein­den) und par­al­lel dazu den Land­krei­sen zur Über­nah­me in Kom­mu­nal­ei­gen­tum ange­bo­ten. Vor dem Hin­ter­grund der vor­lie­gen­den Inter­es­sen­be­kun­dun­gen ein­zel­ner Kom­mu­nen ist sich die Lan­des­re­gie­rung einig, dass auch Gewäs­ser des soge­nann­ten ers­ten Gewäs­ser­pa­ke­tes, denen eine vor­ran­gi­ge Bedeu­tung für den Natur- und Gewäs­ser­schutz des Lan­des sowie für den Lan­des­forst zukommt, auf Antrag und Gre­mi­en­be­schluss der jewei­li­gen Bele­gen­heits­kom­mu­ne sowie nach Prü­fung durch das fach­lich zustän­di­ge Minis­te­ri­um und nach Zustim­mung des Kabi­netts eben­falls auf die Kom­mu­ne über­tra­gen wer­den kön­nen.

 

Zum Hin­ter­grund:

Nach Pro­tes­ten aus den neu­en Bun­des­län­dern, ins­be­son­de­re Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Bran­den­burg, hat­te sich die BVVG auf Initia­ti­ve von SPD und Lin­ke im August 2009 bereit­erklärt, im Rah­men eines Mora­to­ri­ums die wei­te­re Pri­va­ti­sie­rung von Seen aus dem Treu­hand­ver­mö­gen vor­erst ein­zu­stel­len und Ver­hand­lun­gen mit den Län­dern auf­zu­neh­men.

Ers­tes Seen­pa­ket: Im August 2012 hat­te sich das Land Bran­den­burg mit der BVVG auf den Kauf von 65 Seen zu einem Kauf­preis von ins­ge­samt 3,74 Mil­lio­nen Euro geei­nigt, Ende Janu­ar 2013 stimm­te die Lan­des­re­gie­rung dem Kauf zu. Zu die­sem ers­ten Paket gehö­ren unter ande­rem der Fahr­län­der See in Pots­dam, der Mel­len­see im Land­kreis Tel­tow-Flä­ming und der Dreetz­see im Land­kreis Ober­ha­vel. Ins­ge­samt umfasst das Paket 3.135 Hekt­ar Was­ser­flä­che nebst angren­zen­den Ufer­flä­chen ver­schie­de­ner Nut­zungs­ar­ten.

Zwei­tes Seen­pa­ket: Mit dem zwei­ten Paket über­nimmt das Land Bran­den­burg von der BVVG ins­ge­samt 51 Gewäs­ser und teil­wei­se Gewäs­ser­rand­strei­fen mit einer Gesamt­flä­che von 820,51 Hekt­ar für einen Aus­gleichs­be­trag von 1,72 Mil­lio­nen Euro.

Drit­tes Seen­pa­ket: Das Land ver­han­delt mit der BVVG über wei­te­re Seen, die klei­ner als fünf Hekt­ar, aber grö­ßer als ein Hekt­ar sind.

Vier­tes Seen­pa­ket: Mit der Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben ver­han­delt das Land die Über­nah­me wei­te­rer Gewäs­ser.

Brandenburg verhandelt über weiteres Seenpaket

Nach 65 Seen des ersten Pakets geht es nun um weitere 36 Gewässer

Pots­dam – Nach­dem das Land Bran­den­burg sich im August des ver­gan­ge­nen Jah­res mit dem Bund auf den Kauf eines so genann­ten „Seen­pa­kets“ geei­nigt hat­te, hat das Land nun erneu­te Ver­hand­lun­gen über ein wei­te­res „Seen­pa­ket“ mit der bun­des­ei­ge­nen Boden­ver­wer­tungs- und ‑ver­wal­tungs­ge­sell­schaft (BVVG) auf­ge­nom­men. Dabei han­delt es sich um wei­te­re 36 Gewäs­ser mit einer Gesamt­flä­che von rund 570 Hekt­ar. Wie das Minis­te­ri­um der Finan­zen wei­ter mit­teil­te, wer­den dar­über hin­aus auch Ver­hand­lun­gen über Seen geführt, die jeweils klei­ner als fünf aber grö­ßer als ein Hekt­ar sind und kei­ne Fließ­ge­wäs­ser dar­stel­len.

Bran­den­burgs Finanz­mi­nis­ter Hel­muth Mar­kov erklär­te zu den lau­fen­den Ver­hand­lun­gen: „Wir füh­ren die Ver­hand­lun­gen mit dem Ziel, auch für die­se Seen eine Pri­va­ti­sie­run­gen zu ver­hin­dern und zu errei­chen, dass mög­lichst vie­le Bür­ge­rin­nen und Bür­ger die Gewäs­ser nut­zen kön­nen.“

Im August 2012 hat­te sich das Land Bran­den­burg mit der BVVG auf den Kauf von 65 Seen zu einem Kauf­preis von ins­ge­samt 3,74 Mil­lio­nen Euro geei­nigt, Ende Janu­ar 2013 stimm­te die Lan­des­re­gie­rung dem Kauf zu. Zu die­sem ers­ten Paket gehö­ren unter ande­rem der Fahr­län­der See in Pots­dam, der Mel­len­see im Land­kreis Tel­tow-Flä­ming und der Dreetz­see im Land­kreis Ober­ha­vel. Ins­ge­samt umfasst das Paket 3.135 Hekt­ar Was­ser­flä­che nebst angren­zen­den Ufer­flä­chen ver­schie­de­ner Nut­zungs­ar­ten.

Nach dem der­zei­ti­gen Stand ver­blei­ben von die­sem ers­ten Paket 20 Seen beim Land, für die übri­gen 45 Seen gibt es Vor­schlä­ge, die­se an die anlie­gen­den Kom­mu­nen unent­gelt­lich zu über­tra­gen. Dazu lau­fen der­zeit noch Prü­fun­gen, ob die Kom­mu­nen unter wirt­schaft­li­chen Aspek­ten in der Lage sein wer­den, die Seen zu über­neh­men und der Öffent­lich­keit dau­er­haft zugäng­lich zu machen. Es lie­gen von eini­gen Kom­mu­nen bereits ent­spre­chen­de Über­nah­me­an­trä­ge vor. Sobald die Prü­fung abge­schlos­sen ist, wird die von der Lan­des­re­gie­rung gebil­de­te inter­mi­nis­te­ri­el­le Arbeits­grup­pe den zustän­di­gen Aus­schüs­sen im Land­tag Bran­den­burg die Vor­schlä­ge für die Über­tra­gun­gen zur Zustim­mung zulei­ten.

Bei der Ver­hand­lung über das ers­te „Seen­pa­ket“ zwi­schen dem Land Bran­den­burg und der BVVG hat­te sich 2012 her­aus­ge­stellt, dass nach Auf­fas­sung des Lan­des 17 wei­te­re Seen zum Preu­ßen­ver­mö­gen gehö­ren. Im Rah­men der neu­er­li­chen Gesprä­che hat sich nun gezeigt, dass auch der Blan­ken­bur­ger See (Land­kreis Ucker­mark) hier­zu zählt, so dass das Land davon aus­geht, 18 Seen unent­gelt­lich über­tra­gen zu bekom­men. Zu zwei die­ser Gewäs­ser ver­tritt die BVVG jedoch eine ande­re Auf­fas­sung. Hier bleibt die Ent­schei­dung im anste­hen­den Ver­mö­gens­zu­ord­nungs­ver­fah­ren des Bun­des­am­tes für zen­tra­le Diens­te und offe­ne Ver­mö­gens­fra­gen abzu­war­ten.

Gesprä­che soll es zwi­schen Bran­den­burg und dem Bund fer­ner auch über Seen geben, die klei­ner als fünf aber grö­ßer als ein Hekt­ar sind und kein Fließ­ge­wäs­ser dar­stel­len. Die­se noch zu klä­ren­de Anzahl klei­ne­rer Seen war bei den Ver­hand­lun­gen zum ers­ten „Seen­pa­ket“ zunächst aus­ge­nom­men wor­den.

Hin­ter­grund:

Nach Pro­tes­ten aus den neu­en Bun­des­län­dern, ins­be­son­de­re in Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Bran­den­burg, hat­te sich die BVVG auf Initia­ti­ve von SPD und Lin­ke im August 2009 bereit erklärt, im Rah­men eines Mora­to­ri­ums die wei­te­re Pri­va­ti­sie­rung von Seen aus dem Treu­hand­ver­mö­gen vor­erst ein­zu­stel­len und Ver­hand­lun­gen mit den Län­dern auf­zu­neh­men.

Bran­den­burg ver­fügt über rund 100.700 Hekt­ar Gewäs­ser­flä­che, davon rund 50.000 Hekt­ar Seen­flä­che (3.200 Seen über fünf Hekt­ar).

Vogelsänger und Markov zur Übernahme des BVVG-Seenpakets

Pots­dam – Den Abschluss der Kauf­ver­hand­lun­gen zwi­schen dem Bund und dem Land zur Über­nah­me des so genann­ten „Seen­pa­kets“ der bun­des­ei­ge­nen Boden­ver­wer­tungs- und ‑ver­wal­tungs­ge­sell­schaft (BVVG) haben Bran­den­burgs Finanz­mi­nis­ter Dr. Hel­muth Mar­kov und Agrar­mi­nis­ter Jörg Vogel­sän­ger als guten Kom­pro­miss bewer­tet. Ver­han­delt wur­de über ein Paket, das die bei der BVVG noch ver­blie­be­nen Gewäs­ser über fünf Hekt­ar umfasst, auf Bran­den­bur­ger Sei­te unter Feder­füh­rung des Agrar­mi­nis­te­ri­ums.

Nach Geneh­mi­gung durch das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um, zu dem die BVVG gehört, wird das Land 65 Seen zu einem Kauf­preis von 3,74 Mil­lio­nen Euro erwer­ben. Das Geld stellt das Finanz­mi­nis­te­ri­um aus dem Gesamt­haus­halt bereit. Ins­ge­samt wer­den mit die­sem Teil des Pakets 3.135 Hekt­ar Seen­flä­che im öffent­li­chen Eigen­tum gesi­chert. Mit den Gewäs­sern wer­den eben­falls teil­wei­se angren­zen­de Ufer­flä­chen ver­schie­de­ner Nut­zungs­ar­ten erwor­ben.

Bei 17 wei­te­ren Seen hat sich im Rah­men der Recher­che her­aus­ge­stellt, dass die­se zum Preu­ßen­ver­mö­gen gehö­ren. Die­se wer­den dem Land unent­gelt­lich über­tra­gen.

Im Ergeb­nis der Ver­hand­lun­gen sol­len Seen direkt an Kom­mu­nen, Fische­rei­päch­ter, den Natur­schutz­bund, den Lan­des­ang­ler­ver­band, den Lan­des­be­trieb Forst oder Land­krei­se ver­äu­ßert wer­den. Dafür gibt es eine Lis­te mit 36 Seen als Vor­schlag zum Direk­ter­werb.

Wei­te­re 22 Seen wird das Land nicht erwer­ben, weil sie ent­we­der klei­ner als fünf Hekt­ar sind – also Tei­che und Sti­che, damit kei­ne Seen sind – oder weil die BVVG nur über einen sehr klei­nen Eigen­tums­an­teil ver­fügt (Misch­ei­gen­tum).

Vogel­sän­ger: „Für das Zustan­de­kom­men die­ses Kaufs waren noch ein­mal umfang­rei­che Recher­chen erfor­der­lich. Für sämt­li­che Gewäs­ser wur­den in Form von Steck­brie­fen aus­sa­ge­kräf­ti­ge Doku­men­ta­tio­nen erar­bei­tet, die ins­be­son­de­re auch die Belan­ge der Fischer und Ang­ler, aber auch die tou­ris­ti­sche Infra­struk­tur an den Ufern umfas­sen. Das vor­lie­gen­de Paket ist ins­ge­samt ein ordent­li­ches Ver­hand­lungs­er­geb­nis für die Bran­den­bur­ger und ihre Gäs­te. Die wich­tigs­ten Seen blei­ben im Eigen­tum der öffent­li­chen Hand und kön­nen nicht mehr pri­va­ti­siert wer­den.“

Mar­kov: „Die wich­tigs­te Bot­schaft zum erziel­ten Kom­pro­miss ist, dass die Men­schen in Bran­den­burg wei­ter­hin frei­en Zugang zu den Seen haben wer­den. Das ist erreicht. Auf der ande­ren Sei­te – so ist das bei einem Kom­pro­miss – war lei­der nicht zu ver­han­deln, dass Bran­den­burg die Seen kos­ten­los über­tra­gen bekommt, obwohl der Bund die Seen von der DDR ‚geerbt‘ hat­te. Im Sin­ne der Men­schen sind wir die­sen Kom­pro­miss aber ein­ge­gan­gen, damit es zu kei­nen Pri­va­ti­sie­run­gen der Seen kommt und mög­lichst vie­le Bür­ge­rin­nen und Bür­ger die Seen nut­zen kön­nen. Unterm Strich ist es ein guter Kom­pro­miss.“

Ver­än­de­run­gen gegen­über dem ursprüng­li­chen BVVG-Seen­pa­ket erga­ben sich bei­spiels­wei­se in den Kar­ten­dar­stel­lun­gen, bei der fische­rei­li­chen Boni­tie­rung und bei der Ermitt­lung der Eigen­tums­rech­te.

Um die Über­nah­me der Gewäs­ser ins öffent­li­che Eigen­tum wei­ter zu beglei­ten, hat die Lan­des­re­gie­rung eine inter­mi­nis­te­ri­el­le Arbeits­grup­pe gebil­det unter Feder­füh­rung des Agrar­mi­nis­te­ri­ums und Betei­li­gung des Finanz‑, des Innen‑, des Wirt­schafts- und des Umwelt­mi­nis­te­ri­ums. Die­se wird noch in die­sem Monat ihre Arbeit auf­neh­men. Die Grup­pe hat die Auf­ga­be, die Steck­brie­fe wei­ter zu ergän­zen und eine Kabi­nett­vor­la­ge zu erar­bei­ten, die die Ver­mö­gens­über­tra­gung abschließt.

Wei­ter­hin soll eine Lis­te von BVVG-Gewäs­sern unter fünf Hekt­ar erar­bei­tet wer­den, die bis­lang noch nicht ver­han­delt wor­den sind. Anhand der Ergeb­nis­se soll zu einem spä­te­ren Zeit­punkt ent­schie­den wer­den, ob es für das Land wei­te­ren Hand­lungs­be­darf gibt.

Nach Pro­tes­ten aus den neu­en Bun­des­län­dern, ins­be­son­de­re in Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Bran­den­burg, hat­te sich die BVVG auf Initia­ti­ve von SPD und Lin­ke im August 2009 bereit erklärt, im Rah­men eines Mora­to­ri­ums die wei­te­re Pri­va­ti­sie­rung von Seen aus dem Treu­hand­ver­mö­gen vor­erst ein­zu­stel­len und Ver­hand­lun­gen mit den Län­dern auf­zu­neh­men.

Bran­den­burg ver­fügt über rund 100.700 Hekt­ar Gewäs­ser­flä­che, davon rund 50.000 Hekt­ar Seen­flä­che (3.200 Seen über fünf Hekt­ar).