Übergabe des Großen Grenzsees am 17. Juli 2019 an die Gemeinde Randowtal (Uckermark) (Foto: MdF)

Der 148. See in Brandenburg wird kommunalisiert – Privatisierung verhindert

Finanzminister Görke übergibt mit dem Großen Grenzsee an die Gemeinde Randowtal in der Uckermark weiteres Gewässer

Amt Gramzow/ Ucker­mark – Das Land Bran­den­burg hat mit dem knapp 21 Hekt­ar mes­sen­den Gro­ßen Grenz­see ein wei­te­res vom Bund über­nom­me­nes Gewäs­ser an die Kom­mu­ne vor Ort über­tra­gen. Finanz­mi­nis­ter Chris­ti­an Gör­ke über­gab heu­te Mit­tag den Gro­ßen Grenz­see sym­bo­lisch in das Eigen­tum der Gemein­de Ran­dow­tal, die zum Amt Gram­zow im Land­kreis Ucker­mark gehört. Eine ent­spre­chen­de Urkun­de über­reich­te er am Ufer des Sees an den ehren­amt­li­chen Bür­ger­meis­ter der Gemein­de Ran­dow­tal, Axel Krum­rey, und den Amts­di­rek­tor des Amtes Gram­zow, Rei­ner Schulz.

Der Gro­ße Grenz­see ist einer der ins­ge­samt 194 Gewäs­ser oder Teil­flä­chen von Gewäs­sern, die das Land Bran­den­burg vom Bund in vier soge­nann­ten Gewäs­ser­pa­ke­ten über­nom­men hat­te. Um den öffent­li­chen Zugang zu den Gewäs­sern zu erhal­ten und deren mög­li­che Pri­va­ti­sie­rung zu ver­hin­dern, hat­te sich das Land Bran­den­burg seit 2009 beim Bund zunächst für eine kos­ten­lo­se Über­tra­gung der Seen an das Land ein­ge­setzt. Nach­dem der Bund dies ablehn­te, einig­te sich Bran­den­burgs Finanz­mi­nis­te­ri­um mit der bun­des­ei­ge­nen Boden­ver­wer­tungs- und ‑ver­wal­tungs­ge­sell­schaft mbH (BVVG) und der Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben (BImA) auf die vier Gewäs­ser­pa­ke­te und zahl­te dafür einen Aus­gleichs­be­trag in Höhe von ins­ge­samt rund 6,9 Mil­lio­nen Euro.
„Es ist ein gro­ßer Erfolg für das Land Bran­den­burg und die Men­schen, die hier leben und sich erho­len, dass wir 194 Gewäs­ser und Teil­flä­chen von Gewäs­sern für die All­ge­mein­heit gesi­chert und vor einer mög­li­chen Pri­va­ti­sie­rung bewahrt haben“, beton­te Bran­den­burgs Finanz­mi­nis­ter Chris­ti­an Gör­ke bei der sym­bo­li­schen Über­ga­be des Gro­ßen Grenz­sees. Die 194 Gewäs­ser hät­ten eine Flä­che von 4.490 Hekt­ar, das sei­en umge­rech­net 44,9 Mil­lio­nen Qua­drat­me­ter und zei­ge schon die Bedeu­tung für das Land. Am Ufer des ucker­mär­ki­schen Gewäs­sers zog er auch eine Bilanz zur Kom­mu­na­li­sie­rung der vom Land Bran­den­burg über­nom­me­nen Gewäs­ser: „Von den ins­ge­samt 194 vom Bund über­nom­me­nen Seen und Gewäs­ser­flä­chen haben wir die gro­ße Mehr­heit, näm­lich mit dem Gro­ßen Grenz­see genau 148 an die jewei­li­ge Bele­gen­heits­kom­mu­ne vor Ort über­tra­gen. Von der Gesamt­flä­che von rund 4.490 Hekt­ar sind damit rund 3.670 Hekt­ar an die Kom­mu­nen über­tra­gen wor­den – ohne dass die­se einen Aus­gleichs­be­trag dafür zu ent­rich­ten hat­ten“, bilan­zier­te Gör­ke. Er ver­wies fer­ner dar­auf, dass die rest­li­chen 46 Gewäs­ser oder Gewäs­ser­teil­flä­chen ent­we­der den Kom­mu­nen noch zur Über­nah­me ange­bo­ten wer­den oder beim Land ver­blei­ben, da bei­spiels­wei­se wegen ihrer Bedeu­tung für den Natur­schutz ein vor­ran­gi­ges Lan­des­in­ter­es­se besteht. „In allen 194 Fäl­len ist gesi­chert, dass eine Pri­va­ti­sie­rung der Gewäs­ser aus­ge­schlos­sen ist“, beton­te der Minis­ter.

Vor dem Gro­ßen Grenz­see hat­ten die amts­an­ge­hö­ri­gen Gemein­den des Amtes Gram­zow bereits zwei Gewäs­ser aus den Gewäs­ser­pa­ke­ten vom Land über­nom­men: den Klei­nen See (2,09 Hekt­ar) sowie Flä­chen des Ziem­ken­sees (zusam­men 5,59 Hekt­ar). Auch wur­de der Blan­ken­bur­ger See (66,01 Hekt­ar) über­nom­men, der jedoch nicht Bestand­teil der Gewäs­ser­pa­ke­te war.

Zugleich wies der Finanz­mi­nis­ter auf eine Inter­net­sei­te sei­nes Hau­es hin, die unter der Adres­se https://​kom​mu​na​li​sier​te​-seen​-in​-bran​den​burg​.de alle 194 Seen und Gewäs­ser­flä­chen kar­to­gra­fisch dar­stellt. Nut­ze­rin­nen und Nut­zer kön­nen hier sich für jeden Land­kreis und die kreis­frei­en Städ­te Bran­den­burg an der Havel und Pots­dam die vom Bund über­nom­me­nen Gewäs­ser anzei­gen las­sen.

Rückblick:

Nach­dem der Bund 2009 end­gül­tig eine kos­ten­freie Über­tra­gung der Seen und Gewäs­ser­flä­chen auf das Land Bran­den­burg abge­lehnt hat­te, einig­te sich Bran­den­burgs Finanz­mi­nis­te­ri­um mit der bun­des­ei­ge­nen Boden­ver­wer­tungs- und ‑ver­wal­tungs­ge­sell­schaft mbH (BVVG) und der Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben (BImA) in nun­mehr vier Gewäs­ser­pa­ke­ten auf die Über­nah­me von inzwi­schen 194 Seen oder Teil­flä­chen von Seen mit einer Flä­che von rund 4.490 Hekt­ar. Für die­se vier Gewäs­ser­pa­ke­te zahl­te das Land Aus­gleichs­be­trä­ge in Höhe von ins­ge­samt rund 6,9 Mil­lio­nen Euro. Wäh­rend die ers­ten bei­den mit der BVVG geschlos­se­nen Gewäs­ser­pa­ke­te vor­ran­gig Gewäs­ser mit jeweils mehr als fünf Hekt­ar Flä­che umfass­ten, gehö­ren zum drit­ten – eben­falls mit der BVVG geschlos­se­nen – Paket klei­ne­re Gewäs­ser­flä­chen. Das vier­te Gewäs­ser­pa­ket han­del­te das Finanz­mi­nis­te­ri­um mit der Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben (BImA) aus.

Infor­ma­tio­nen zu allen Gewäs­ser­pa­ke­ten fin­den Sie auch im Pres­se­ser­vice des MdF.