Urkunde zur Übertragung des Kavastensees (Foto: MdF)

Großer Kastavensee an Fürstenberg/Havel übergeben

Finanzminister Görke eröffnet als Schirmherr 22. Brandenburger Wasserfest in der Stadt und überträgt symbolisch knapp 37 Hektar des Gewässers

Fürstenberg/ Havel – Nach jah­re­lan­gen Dis­kus­sio­nen und Pro­tes­ten gegen eine mög­li­che Pri­va­ti­sie­rung von Gewäs­sern im Land Bran­den­burg hat Finanz­mi­nis­ter Chris­ti­an Gör­ke am heu­ti­gen Sonn­abend eine wei­te­re vom Bund über­nom­me­ne Gewäs­ser­flä­che an die Kom­mu­ne vor Ort über­tra­gen. Der Minis­ter über­gab sym­bo­lisch knapp 37 des 61 Hekt­ar umfas­sen­den Gro­ßen Kast­aven­sees an die Stadt Fürstenberg/ Havel (Ober­ha­vel). Im Rah­men des 22. Bran­den­bur­ger Was­ser­fes­tes über­reich­te Finanz­mi­nis­ter Gör­ke eine ent­spre­chen­de Urkun­de an Bür­ger­meis­ter Robert Phil­ipp. Zuvor hat­te der Minis­ter als Schirm­herr das Was­ser­fest eröff­net. Das bis Sonn­tag dau­ern­de Fest fin­det tra­di­tio­nell über­wie­gend im Stadt­park von Fürstenberg/ Havel direkt am Schwedt­see statt. Finanz­mi­nis­ter Gör­ke sag­te zur Über­tra­gung der Teil­flä­che des Gro­ßen Kast­aven­sees: „Wenn es eine Kom­mu­ne gibt, die exem­pla­risch dafür steht, wie wich­tig es war, dass wir uns als Land beim Bund gegen eine Pri­va­ti­sie­rung der Gewäs­ser ein­ge­setzt haben, wie wich­tig es war, die­se als Land zu über­neh­men und auf die Kom­mu­nen zu über­tra­gen, dann ist es Fürs­ten­berg. Male­risch auf drei Inseln zwi­schen Röblin‑, Baa­len- und Schwedt­see gele­gen, zeigt die Was­ser­stadt anschau­lich, wie wich­tig ein öffent­li­cher Zugang für die Men­schen zu den Gewäs­sern ist. Das gilt gera­de im seen­reichs­ten Bun­des­land Bran­den­burg und beson­ders in der Was­ser­stadt Fürs­ten­berg, die am Tor zur Meck­len­bur­gi­schen Seen­plat­te über traum­haf­te Bade­se­en ver­fügt.“ Der Gro­ße Kast­aven­see ist bis zu 14 Meter tief und 61 Hekt­ar groß. Rund 24 Hekt­ar sei­ner Flä­che sind bereits im Jahr 2005 pri­va­ti­siert wor­den. Die rest­li­chen knapp 37 Hekt­ar des Gewäs­sers über­nahm das Land im Rah­men des soge­nann­ten ers­ten Gewäs­ser­pa­kets vom Bund. Um den öffent­li­chen Zugang für die Bran­den­bur­ge­rin­nen und Bran­den­bur­ger zu den Gewäs­sern zu erhal­ten, hat­te sich das Land Bran­den­burg beim Bund gegen eine Pri­va­ti­sie­rung und zunächst für eine kos­ten­lo­se Über­tra­gung der Seen ein­ge­setzt. Nach­dem der Bund dies ablehn­te, einig­te sich Bran­den­burgs Finanz­mi­nis­te­ri­um mit der bun­des­ei­ge­nen Boden­ver­wer­tungs- und ver­wal­tungs­ge­sell­schaft mbH (BVVG) und der Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben (BImA) auf die Über­nah­me von inzwi­schen 194 Seen oder Teil­flä­chen von Seen für ins­ge­samt rund 6,9 Mil­lio­nen Euro. „Von den ins­ge­samt 194 vom Bund über­nom­me­nen Seen und Gewäs­ser­flä­chen konn­ten inzwi­schen 143 auf die jewei­li­ge Bele­gen­heits­kom­mu­ne über­tra­gen wer­den“, erläu­ter­te Finanz­mi­nis­ter Gör­ke. Und ergänz­te: „Nach der berech­tig­ten Sor­ge in vie­len Kom­mu­nen, dass der Bund die­se Gewäs­ser pri­va­ti­siert und damit der Zugang erschwert oder sogar unmög­lich wird, ist das ein viel­fa­ches Hap­py End für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger vor Ort.“ Vor der jewei­li­gen Über­tra­gung haben sich die Kom­mu­nen vor Ort zu der Über­nah­me bereit erklärt. Das Land über­trägt die Gewäs­ser auf die Kom­mu­ne – so auch in die­sem Fall auf die Stadt Fürstenberg/ Havel –, ohne einen Aus­gleichs­be­trag zu erhe­ben. Rück­blick: Nach­dem der Bund 2009 end­gül­tig eine kos­ten­freie Über­tra­gung der Seen und Gewäs­ser­flä­chen auf das Land Bran­den­burg abge­lehnt hat­te, einig­te sich Bran­den­burgs Finanz­mi­nis­te­ri­um mit der bun­des­ei­ge­nen Boden­ver­wer­tungs- und ‑ver­wal­tungs­ge­sell­schaft mbH (BVVG) und der Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben (BImA) in nun­mehr vier Gewäs­ser­pa­ke­ten auf die Über­nah­me von inzwi­schen 194 Seen oder Teil­flä­chen von Seen mit einer Flä­che von rund 4.490 Hekt­ar. Für die­se vier Gewäs­ser­pa­ke­te zahl­te das Land Aus­gleichs­be­trä­ge in Höhe von ins­ge­samt rund 6,9 Mil­lio­nen Euro. Wäh­rend die ers­ten bei­den mit der BVVG geschlos­se­nen Gewäs­ser­pa­ke­te vor­ran­gig Gewäs­ser mit jeweils mehr als fünf Hekt­ar Flä­che umfass­ten, gehö­ren zum drit­ten – eben­falls mit der BVVG geschlos­se­nen – Paket klei­ne­re Gewäs­ser­flä­chen. Das vier­te Gewäs­ser­pa­ket han­del­te das Finanz­mi­nis­te­ri­um mit der Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben (BImA) aus.