Finanzminister Görke übergibt fünf Seen an die Gemeinde Jamlitz

Damit sind schon 116 der 186 vor Privatisierung bewahrten Seen im Land an Kommunen übergegangen

Pots­dam – Nach jah­re­lan­gen Dis­kus­sio­nen und Pro­tes­ten gegen eine mög­li­che Pri­va­ti­sie­rung von Gewäs­sern im Land Bran­den­burg hat heu­te Finanz­mi­nis­ter Chris­ti­an Gör­ke wei­te­re vom Bund über­nom­me­ne Seen an die Kom­mu­ne vor Ort über­tra­gen: Der Minis­ter über­gab sym­bo­lisch gleich fünf Gewäs­ser an die Gemein­de Jam­litz im Land­kreis Dah­me-Spree­wald. Kon­kret han­delt es sich um eine Teil­flä­che der Las­ke, zwei Karp­fen­tei­che, den Schnei­de­müh­len­teich sowie den Moch­lit­zer See. Bei der Über­ga­be der ins­ge­samt rund 13,6 Hekt­ar gro­ßen Gewäs­ser über­reich­te der Minis­ter dem Jam­lit­zer Bür­ger­meis­ter Wil­fried Göt­ze eine ent­spre­chen­de Urkun­de.

Finanz­mi­nis­ter Gör­ke: „Jah­re­lang sorg­te die Pri­va­ti­sie­rung von Seen in Bran­den­burg für Streit und Unru­he. Dass wir heu­te die­se fünf Seen an die Gemein­de über­ge­ben kön­nen, freut mich des­halb umso mehr. Alle fünf Gewäs­ser sind wich­ti­ger Lebens­raum für Mensch und Tier und unter­lie­gen dem gesetz­li­chen Bio­top­schutz. Vor allem der Moch­lit­zer See wird zudem als hoch­gra­dig schutz­be­dürf­ti­ges Gewäs­ser bezeich­net, das es zu bewah­ren und auch in Zukunft zu pfle­gen gilt.“ Das Land habe trotz der ursprüng­li­chen Auf­fas­sung, dass der Bund die Gewäs­ser kos­ten­los dem Land über­tra­gen möge, die Über­tra­gung gegen einen Aus­gleichs­be­trag aus­ge­han­delt, um hier im Land­kreis Dah­me-Spree­wald und andern­orts im Land die Gewäs­ser in öffent­li­chem Besitz zu hal­ten.

Um den öffent­li­chen Zugang für die Bran­den­bur­ge­rin­nen und Bran­den­bur­ger zu den Gewäs­sern zu erhal­ten, hat­te sich das Land Bran­den­burg beim Bund gegen eine Pri­va­ti­sie­rung und zunächst für eine kos­ten­lo­se Über­tra­gung der Seen ein­ge­setzt. Nach­dem der Bund dies ablehn­te, einig­te sich Bran­den­burgs Finanz­mi­nis­te­ri­um mit der bun­des­ei­ge­nen Boden­ver­wer­tungs- und ver­wal­tungs­ge­sell­schaft mbH (BVVG) und der Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben (BImA) auf die Über­nah­me von inzwi­schen 186 Seen oder Teil­flä­chen von Seen für ins­ge­samt rund 6,8 Mil­lio­nen Euro.

Fer­ner erläu­ter­te der Finanz­mi­nis­ter Gör­ke bei der Über­ga­be, dass von den inzwi­schen 186 über­nom­me­nen Gewäs­ser­flä­chen schon 116 Gewäs­ser in den Besitz der jewei­li­gen Kom­mu­nen vor Ort über­ge­gan­gen sind. Für eini­ge Gewäs­ser­flä­chen lägen die Vor­aus­set­zun­gen zur Über­tra­gung auf die Kom­mu­nen noch nicht vor. Ent­we­der es ste­he noch aus, dass das Land als Eigen­tü­mer ins Grund­buch ein­ge­tra­gen sei oder die betrof­fe­nen Kom­mu­nen hät­ten noch nicht den erfor­der­li­chen Über­nah­me­be­schluss gefasst.

Die Gewäs­ser im Ein­zel­nen:

rd. 13,6500 ha
Grö­ße
Die Las­ke 5,0532 ha
Karp­fen­teich [1] 1,4134 ha
Karp­fen­teich [2] 2,3044 ha
Schnei­de­müh­len­teich 1,3821 ha
Moch­lit­zer See 3,4953 ha

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Zum Hin­ter­grund:

Nach Pro­tes­ten aus den neu­en Bun­des­län­dern, ins­be­son­de­re Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Bran­den­burg, hat­te sich die BVVG auf Initia­ti­ve von SPD und Lin­ke im August 2009 bereit­erklärt, im Rah­men eines Mora­to­ri­ums die wei­te­re Pri­va­ti­sie­rung von Seen aus dem Treu­hand­ver­mö­gen vor­erst ein­zu­stel­len und Ver­hand­lun­gen mit den Län­dern auf­zu­neh­men.

Inzwi­schen hat sich das Land Bran­den­burg mit der BVVG und der BImA auf vier Gewäs­ser­pa­ke­te geei­nigt, mit denen das Land ins­ge­samt 186 Seen für ins­ge­samt rund 6,8 Mil­lio­nen Euro über­nom­men hat.

Die Mehr­heit der vom Land über­nom­me­nen Seen wird den jewei­li­gen Kom­mu­nen vor Ort oder dem jewei­li­gen Land­kreis zur unent­gelt­li­chen Über­nah­me ange­bo­ten. 20 Gewäs­ser­flä­chen aus dem soge­nann­ten ers­ten Gewäs­ser­pa­ket wur­den wegen des ange­mel­de­ten unmit­tel­ba­ren Lan­des­be­darfs der Landes­natur­schutz­flächen­verwaltung beziehungs­weise der Landes­forst­flächen­verwaltung zuge­ord­net. Für die­se Gewäs­ser ist vor­ge­se­hen, dass sie auf Antrag und Gre­mi­en­be­schluss der jewei­li­gen Kom­mu­ne, nach Prü­fung durch das fach­lich zustän­di­ge Minis­te­ri­um und Zustim­mung des Kabi­netts nach einem fest­ge­leg­ten Ver­fah­ren auf die jewei­li­ge Kom­mu­ne über­tra­gen wer­den kön­nen.