Übergabe Kietzer See: Im Neuhagener Ortsteil Altfriedland überreichte Trochowski an Neuhardenbergs Bürgermeister Detlef Korbanek eine entsprechende Urkunde. (Foto: Josephin Hartwig/MOZ)

Finanzstaatssekretärin Trochowski übergibt den Kietzer See an die Gemeinde Neuhardenberg

Damit sind schon 49 der 128 vor Privatisierung bewahrten Gewässer im Land an Kommunen übergegangen

Neu­har­den­berg – Nach jah­re­lan­gen Dis­kus­sio­nen und Pro­tes­ten gegen eine mög­li­che Pri­va­ti­sie­rung von Gewäs­sern im Land Bran­den­burg hat heu­te Finanz­staats­se­kre­tä­rin Danie­la Tro­chow­ski einen wei­te­ren vom Bund über­nom­me­nen See an die Kom­mu­ne vor Ort über­tra­gen: Die Staats­se­kre­tä­rin über­gab eine rund 31,4 Hekt­ar gro­ße Teil­flä­che des Kiet­zer Sees an die Gemein­de Neu­har­den­berg. Im Neu­ha­ge­ner Orts­teil Alt­fried­land über­reich­te Tro­chow­ski an Neu­har­den­bergs Bür­ger­meis­ter Det­lef Korb­a­nek eine ent­spre­chen­de Urkun­de.

Um den öffent­li­chen Zugang für die Bran­den­bur­ge­rin­nen und Bran­den­bur­ger zu den Gewäs­sern zu erhal­ten, hat­te sich das Land Bran­den­burg beim Bund gegen eine Pri­va­ti­sie­rung und zunächst für eine kos­ten­lo­se Über­tra­gung der Seen ein­ge­setzt. Nach­dem der Bund dies ablehn­te, einig­te sich Bran­den­burgs Finanz­mi­nis­te­ri­um mit der bun­des­ei­ge­nen Boden­ver­wer­tungs- und ‑ver­wal­tungs­ge­sell­schaft mbH (BVVG) und der Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben (BImA) auf die Über­nah­me von inzwi­schen 128 Seen für ins­ge­samt 6,35 Mil­lio­nen Euro.

Staats­se­kre­tä­rin Danie­la Tro­chow­ski sag­te bei der Über­ga­be: „Der Kiet­zer See ist der größ­te Teich der Alt­fried­län­der Seen- und Teich­land­schaft. Er gehört zum Euro­päi­schen Vogel­schutz­ge­biet im Natur­park Mär­ki­sche Schweiz. Heu­te über­ge­be ich Teil­flä­chen von rund 31,4 Hekt­ar. Ins­ge­samt ist der Kiet­zer See rund 200 Hekt­ar groß.“

Wei­ter erläu­ter­te die Staats­se­kre­tä­rin, dass von den inzwi­schen 128 über­nom­me­nen Gewäs­ser­flä­chen mit dem Kiet­zer See schon 49 in den Besitz der jewei­li­gen Kom­mu­nen vor Ort über­ge­gan­gen sind. Für 60 Gewäs­ser­flä­chen lägen die Vor­aus­set­zun­gen zur Über­tra­gung auf die Kom­mu­nen noch nicht vor. Ent­we­der ste­he noch die Ein­tra­gung des Lan­des als Eigen­tü­mer ins Grund­buch aus oder die betrof­fe­nen Kom­mu­nen hät­ten noch nicht den erfor­der­li­chen Über­nah­me­be­schluss gefasst.

Unter den poli­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen hal­te ich es für rich­tig, die vom Bund ange­bo­te­nen Seen zu über­neh­men, um damit auch künf­tig den öffent­li­chen Zugang zu die­sen Gewäs­sern zu gewähr­leis­ten und eine Pri­va­ti­sie­rung zu ver­hin­dern“, sag­te die Staats­e­kre­tä­rin.

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Zum Hin­ter­grund:

Nach Pro­tes­ten aus den neu­en Bun­des­län­dern, ins­be­son­de­re Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Bran­den­burg, hat­te sich die BVVG auf Initia­ti­ve von SPD und Lin­ke im August 2009 bereit­erklärt, im Rah­men eines Mora­to­ri­ums die wei­te­re Pri­va­ti­sie­rung von Seen aus dem Treu­hand­ver­mö­gen vor­erst ein­zu­stel­len und Ver­hand­lun­gen mit den Län­dern auf­zu­neh­men.

Inzwi­schen hat sich das Land Bran­den­burg mit der BVVG und der BImA auf vier Gewäs­ser­pa­ke­te geei­nigt, mit denen das Land ins­ge­samt 128 Seen für ins­ge­samt 6,35 Mil­lio­nen Euro über­nom­men hat. Die Über­nah­me eines zwei­ten Teils des soge­nann­ten drit­ten Gewäs­ser­pa­ke­tes steht noch aus.

Die Mehr­heit der vom Land über­nom­me­nen Seen wird den jewei­li­gen Kom­mu­nen vor Ort oder dem jewei­li­gen Land­kreis zur unent­gelt­li­chen Über­nah­me ange­bo­ten. 19 Gewäs­ser­flä­chen aus dem soge­nann­ten ers­ten Gewäs­ser­pa­ket wur­den wegen des ange­mel­de­ten unmit­tel­ba­ren Lan­des­be­darfs der Landes­natur­schutz­flächen­verwaltung beziehungs­weise der Landes­forst­flächen­verwaltung zuge­ord­net. Für die­se Gewäs­ser ist vor­ge­se­hen, dass sie auf Antrag und Gre­mi­en­be­schluss der jewei­li­gen Kom­mu­ne, nach Prü­fung durch das fach­lich zustän­di­ge Minis­te­ri­um und Zustim­mung des Kabi­netts nach einem fest­ge­leg­ten Ver­fah­ren auf die jewei­li­ge Kom­mu­ne über­tra­gen wer­den kön­nen.