Finanzminister Christian Görke (Mitte) übergibt den Bruchhavelteich an Bürgermeisterin Dietlind Tiemann (links) (Foto: MdF/F. Hübner)

Finanzminister Görke übergibt Bruchhavelteich an die Stadt Brandenburg an der Havel

Bran­den­burg an der Havel – Nach jah­re­lan­gen Dis­kus­sio­nen und Pro­tes­ten gegen eine mög­li­che Pri­va­ti­sie­rung von Gewäs­sern im Land Bran­den­burg hat heu­te Finanz­mi­nis­ter Chris­ti­an Gör­ke einen wei­te­ren vom Bund über­nom­me­nen See an die Kom­mu­ne vor Ort über­tra­gen: Der Minis­ter über­gab eine Teil­flä­che des Bruch­ha­vel­tei­ches von rund 16 Hekt­ar an die Stadt Bran­den­burg an der Havel. Auf­grund des sump­fi­gen Ufer­be­reichs über­reich­te Gör­ke Diet­lind Tie­mann, Bür­ger­meis­te­rin von Bran­den­burg an der Havel, im Rat­haus eine ent­spre­chen­de Urkun­de.

Um den öffent­li­chen Zugang für die Bran­den­bur­ge­rin­nen und Bran­den­bur­ger zu den Gewäs­sern zu erhal­ten, hat­te sich das Land Bran­den­burg beim Bund gegen eine Pri­va­ti­sie­rung und zunächst für eine kos­ten­lo­se Über­tra­gung der Seen ein­ge­setzt. Nach­dem der Bund dies ablehn­te, einig­te sich Bran­den­burgs Finanz­mi­nis­te­ri­um mit der bun­des­ei­ge­nen Boden­ver­wer­tungs- und ‑ver­wal­tungs­ge­sell­schaft mbH (BVVG) und der Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben (BImA) auf die Über­nah­me von inzwi­schen 128 Seen für ins­ge­samt 6,35 Mil­lio­nen Euro.

Finanz­mi­nis­ter Gör­ke sag­te bei der Über­ga­be: „Mit der Seen­über­ga­be erhält Bran­den­burg an der Havel ein öko­lo­gi­sches Klein­od. Da die Stadt bereits Eigen­tü­me­rin von angren­zen­den Grund­stü­cken ist, macht die Über­nah­me der Teil­flä­chen des Bruch­ha­vel­teichs Sinn und erwei­tert das öko­lo­gi­sche Tafel­sil­ber der Havel­stadt.“

Wei­ter erläu­ter­te der Finanz­mi­nis­ter, dass von den inzwi­schen 128 über­nom­me­nen Gewäs­ser­flä­chen mit dem Bruch­ha­vel­teich schon 49 in den Besitz der jewei­li­gen Kom­mu­nen vor Ort über­ge­gan­gen sind. Für 60 Gewäs­ser­flä­chen lägen die Vor­aus­set­zun­gen zur Über­tra­gung auf die Kom­mu­nen noch nicht vor. Ent­we­der es ste­he noch aus, dass das Land als Eigen­tü­mer ins Grund­buch ein­ge­tra­gen sei oder die betrof­fe­nen Kom­mu­nen hät­ten noch nicht den erfor­der­li­chen Über­nah­me­be­schluss gefasst.

Neben der Gewäs­ser­flä­che Bruch­ha­vel­teich wur­den Bran­den­burg an der Havel auch der Fuchs­bruch und der Teich an der Buckau zur Über­nah­me ange­bo­ten. Das lehn­te die Stadt jedoch ab. Das Finanz­mi­nis­te­ri­um prüft nun, ob ein Über­nah­me­in­ter­es­se eines soge­nann­ten berech­tig­ten Drit­ten besteht. Das kön­nen zum Bei­spiel Fische­rei­päch­ter, Natur­schutz­stif­tun­gen und ‑ver­bän­de sowie der Lan­des­ang­ler­ver­band sein.

Zum Hin­ter­grund:

Nach Pro­tes­ten aus den neu­en Bun­des­län­dern, ins­be­son­de­re Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Bran­den­burg, hat­te sich die BVVG auf Initia­ti­ve von SPD und Lin­ke im August 2009 bereit­erklärt, im Rah­men eines Mora­to­ri­ums die wei­te­re Pri­va­ti­sie­rung von Seen aus dem Treu­hand­ver­mö­gen vor­erst ein­zu­stel­len und Ver­hand­lun­gen mit den Län­dern auf­zu­neh­men.

Inzwi­schen hat sich das Land Bran­den­burg mit der BVVG und der BImA auf vier Gewäs­ser­pa­ke­te geei­nigt, mit denen das Land ins­ge­samt 128 Seen für ins­ge­samt 6,35 Mil­lio­nen Euro über­nom­men hat. Die Über­nah­me eines zwei­ten Teils des soge­nann­ten drit­ten Gewäs­ser­pa­ke­tes steht noch aus.

Die Mehr­heit der vom Land über­nom­me­nen Seen wird den jewei­li­gen Kom­mu­nen vor Ort oder dem jewei­li­gen Land­kreis zur unent­gelt­li­chen Über­nah­me ange­bo­ten. 19 Gewäs­ser­flä­chen aus dem soge­nann­ten ers­ten Gewäs­ser­pa­ket wur­den wegen des ange­mel­de­ten unmit­tel­ba­ren Lan­des­be­darfs der Landes­natur­schutz­flächen­verwaltung beziehungs­weise der Landes­forst­flächen­verwaltung zuge­ord­net. Für die­se Gewäs­ser ist vor­ge­se­hen, dass sie auf Antrag und Gre­mi­en­be­schluss der jewei­li­gen Kom­mu­ne, nach Prü­fung durch das fach­lich zustän­di­ge Minis­te­ri­um und Zustim­mung des Kabi­netts nach einem fest­ge­leg­ten Ver­fah­ren auf die jewei­li­ge Kom­mu­ne über­tra­gen wer­den kön­nen.