Symbolbild: Die Laske in Jamlitz (Foto: MdF)

Finanzminister Görke: Weg frei für die Übergabe weiterer Gewässerflächen an die Kommunen

Ausschuss für Haushalt und Finanzen des Landtages Brandenburg stimmt der unentgeltlichen Übertragung weiterer 19 Gewässer­flächen auf die Kommunen zu

Pots­dam – Nach­dem der Aus­schuss für Haus­halt und Finan­zen des Land­ta­ges Bran­den­burg im Juni 2014 bereits für 17 Gewäs­ser­flä­chen des so genann­ten ers­ten Gewäs­ser­pa­ke­tes die unent­gelt­li­che Über­tra­gung auf die Kom­mu­nen beschlos­sen hat, stimm­te der Aus­schuss heu­te im Rah­men einer Son­der­sit­zung für wei­te­re 19 Gewäs­ser­flä­chen der Über­tra­gung zu. Zu die­sen Gewäs­sern gehö­ren bei­spiels­wei­se der Fahr­län­der See in Pots­dam, der auf den Gebie­ten der Stadt Zos­sen und der Gemein­de Am Mel­len­see gele­ge­ne Mel­len­see sowie der Gro­ße Mochow­see in der Gemein­de Schwie­loch­see. Der Gro­ße Mochow­see war ursprüng­lich zum Ver­bleib im Lan­des­ei­gen­tum vor­ge­se­hen. Nach Zustim­mung der Lan­des­re­gie­rung vom 17. Juni 2014 ist hier nun­mehr auch die Kom­mu­na­li­sie­rung mög­lich.

Mit die­ser Ent­schei­dung des Aus­schus­ses für Haus­halt und Finan­zen ist die unent­gelt­li­che Über­tra­gung für einen Groß­teil der bis­her vom Land über­nom­me­nen Gewäs­ser­flä­chen beschlos­se­ne Sache. Das Land Bran­den­burg hat­te sich im August 2012 mit der bun­des­ei­ge­nen Boden­ver­wer­tungs- und ‑ver­wal­tungs­ge­sell­schaft mbH (BVVG) auf die Über­nah­me von 65 Seen für ins­ge­samt 3,74 Mil­lio­nen Euro geei­nigt, um deren öffent­li­chen Zugang zu sichern. 46 der 65 Seen aus dem ers­ten Seen­pa­ket über­trägt das Land Bran­den­burg nach jet­zi­ger Pla­nung nach Zustim­mung des Aus­schus­ses für Haus­halt und Finan­zen des Land­ta­ges Bran­den­burg unent­gelt­lich an die jewei­li­gen Kom­mu­nen vor Ort. Die 19 wei­te­ren Seen sind der Landes­natur­schutz­flächen­verwaltung (13) und der Lan­des­forst­ver­wal­tung (6) zuge­ord­net, kön­nen aber auf Antrag und Gre­mi­en­be­schluss der jewei­li­gen Bele­gen­heits­kom­mu­ne sowie nach Prü­fung durch das fach­lich zustän­di­ge Minis­te­ri­um und nach Zustim­mung des Kabi­netts die­sen über­tra­gen wer­den.

Par­al­lel zu die­ser Über­tra­gung von Gewäs­ser­flä­chen auf die Kom­mu­nen über­nimmt das Land wei­te­re Gewäs­ser­flä­chen, um auch für die­se Gewäs­ser den Ver­kauf an Pri­vat­ei­gen­tü­mer zu ver­hin­dern und damit den Zugang für die Öffent­lich­keit zu sichern. Am 17. Juni 2014 ermäch­tig­te die Lan­des­re­gie­rung den Finanz­mi­nis­ter Chris­ti­an Gör­ke, die Ver­ein­ba­rung über ein zwei­tes, zwi­schen dem Finanz­mi­nis­te­ri­um und der BVVG abschlie­ßend ver­han­del­tes zwei­tes Seen­pa­ket abzu­schlie­ßen. Damit über­nimmt das Land Bran­den­burg von der BVVG ins­ge­samt wei­te­re 51 Gewäs­ser und teil­wei­se Gewäs­ser­rand­strei­fen mit einer Gesamt­flä­che von 820,51 Hekt­ar. Dafür zahlt das Land einen Aus­gleichs­be­trag von 1,72 Mil­lio­nen Euro. Zu die­sem zwei­ten Gewäs­ser­pa­ket gehö­ren neben zum Teil klei­ne­ren Seen bei­spiels­wei­se auch der Annahüt­ter See in der Gemein­de Schip­kau (Ober­spree­wald-Lau­sitz) mit einer Gesamt­flä­che von rund 203 Hekt­ar, der Gött­in­see bei Ket­zin (Pots­dam-Mit­tel­mark) mit einer Grö­ße von rund 20 Hekt­ar und eini­ge Gewäs­ser, wie bei­spiels­wei­se der Prer­au­er Stich in Zehdenick/Oberhavel, an denen nur Teil­ei­gen­tum des Bun­des besteht. Gleich­zei­tig stimm­te die Lan­des­re­gie­rung zu, dass das Finanz­mi­nis­te­ri­um auch die begon­ne­nen Ver­hand­lun­gen zu einem drit­ten und vier­ten Gewäs­ser­pa­ket zum Abschluss bringt.

 

Zum Hin­ter­grund:

Nach Pro­tes­ten aus den neu­en Bun­des­län­dern, ins­be­son­de­re Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Bran­den­burg, hat­te sich die BVVG auf Initia­ti­ve von SPD und Lin­ke im August 2009 bereit­erklärt, im Rah­men eines Mora­to­ri­ums die wei­te­re Pri­va­ti­sie­rung von Seen aus dem Treu­hand­ver­mö­gen vor­erst ein­zu­stel­len und Ver­hand­lun­gen mit den Län­dern auf­zu­neh­men.

Ers­tes Seen­pa­ket: Im August 2012 hat­te sich das Land Bran­den­burg mit der BVVG auf die Über­nah­me von 65 Seen zu einem Betrag von ins­ge­samt 3,74 Mil­lio­nen Euro geei­nigt, Ende Janu­ar 2013 stimm­te die Lan­des­re­gie­rung der Über­nah­me zu. Zu die­sem ers­ten Paket gehö­ren unter ande­rem der Fahr­län­der See in Pots­dam, der Mel­len­see im Land­kreis Tel­tow-Flä­ming und der Dreetz­see im Land­kreis Ober­ha­vel. Ins­ge­samt umfasst das Paket 3.135 Hekt­ar Was­ser­flä­che nebst angren­zen­den Ufer­flä­chen ver­schie­de­ner Nut­zungs­ar­ten.

Zwei­tes Seen­pa­ket: Mit dem zwei­ten Paket über­nimmt das Land Bran­den­burg von der BVVG ins­ge­samt 51 Gewäs­ser und teil­wei­se Gewäs­ser­rand­strei­fen mit einer Gesamt­flä­che von 820,51 Hekt­ar für einen Aus­gleichs­be­trag von 1,72 Mil­lio­nen Euro.

Drit­tes Seen­pa­ket: Das Land ver­han­delt mit der BVVG über wei­te­re Seen, die klei­ner als fünf Hekt­ar, aber grö­ßer als ein Hekt­ar sind.

Vier­tes Seen­pa­ket: Mit der Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben ver­han­delt das Land die Über­nah­me wei­te­rer Gewäs­ser.