Symbolbild: Sonnenuntergang über See (Foto: Potsdamn/pixabay)

Land übernimmt weiteres Seenpaket vom Bund

Der öffent­li­che Zugang zu 51 wei­te­ren Seen im Land Bran­den­burg ist gesi­chert. Die Über­nah­me die­ser Gewäs­ser von der bun­des­ei­ge­nen Boden­ver­wer­tungs- und ver­wal­tungs­ge­sell­schaft mbH (BVVG) wur­de heu­te vom Kabi­nett gebil­ligt. Finanz­mi­nis­ter Chris­ti­an Gör­ke ist mit dem Beschluss ermäch­tigt, die Ver­ein­ba­rung über ein zwei­tes, zwi­schen dem Finanz­mi­nis­te­ri­um und der BVVG abschlie­ßend ver­han­del­tes Paket zu den 51 Gewäs­sern abzu­schlie­ßen. Gleich­zei­tig stimm­te die Lan­des­re­gie­rung zu, dass das Finanz­mi­nis­te­ri­um auch die begon­ne­nen Ver­hand­lun­gen zu einem drit­ten und vier­ten Gewäs­ser­pa­ket zum Abschluss bringt. Wie beim ers­ten vom Bund über­nom­me­nen Paket war es das Ziel des Lan­des, den Ver­kauf der Seen an Pri­vat­ei­gen­tü­mer zu ver­hin­dern und damit den Zugang für die Öffent­lich­keit zu sichern. Alle 51 Seen will das Land den jewei­li­gen Kom­mu­nen vor Ort zur Über­nah­me anbie­ten.

Minis­ter­prä­si­dent Diet­mar Woid­ke beton­te bei der Vor­stel­lung des Kabi­netts­be­schlus­ses in Pots­dam: „Das ist ein guter Tag für Bran­den­burg. Das Kabi­nett hat den frei­en Zugang der Men­schen zu dem gro­ßen Natur­schatz unse­res Lan­des gesi­chert. Bran­den­burg hat sich jah­re­lang gegen­über dem Bund für die­sen Weg ein­ge­setzt. Sie wuss­te sich dabei im Ein­klang mit der gro­ßen Mehr­heit der bran­den­bur­gi­schen Bevöl­ke­rung. Inso­fern ist die heu­ti­ge  Ent­schei­dung der Abschluss eines lan­gen, erfolg­rei­chen, gemein­sa­men poli­ti­schen Rin­gens der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger und der Lan­des­re­gie­rung. Unter den Seen sind auch sol­che, die dem Natur­schutz oder der Forst zuge­ord­net sind. Ich wei­se aus­drück­lich dar­auf­hin, dass der jewei­li­ge natur­schutz­recht­li­che Sta­tus in kei­ner Wei­se von der Über­tra­gung berührt wird.“

Finanz­mi­nis­ter Gör­ke: „Die Über­nah­me wei­te­rer Seen ist eine gute Nach­richt für die Men­schen in Bran­den­burg, auch wenn sie für den Finanz­mi­nis­ter mit einem wei­nen­den und einen lachen­dem Auge ver­bun­den ist. Einer­seits war der Bund lei­der nicht bereit, die Seen kos­ten­los auf Bran­den­burg zu über­tra­gen. Das ist nur schwer nach­zu­voll­zie­hen, schließ­lich han­del­te es sich bei den Seen um Volks­ei­gen­tum, das der Bund von der DDR ‚geerbt‘ hat­te. Ande­rer­seits über­wog bei der Ent­schei­dung, die wei­te­re Pri­va­ti­sie­rung von Seen zu ver­hin­dern. Wir sichern mit der Über­nah­me, dass mög­lichst vie­le Bür­ger die Seen nut­zen kön­nen.“

Mit dem soge­nann­ten zwei­ten Gewäs­ser­pa­ket über­nimmt das Land Bran­den­burg von der BVVG ins­ge­samt 51 Gewäs­ser und teil­wei­se Gewäs­ser­rand­strei­fen mit einer Gesamt­flä­che von 820,51 Hekt­ar. Dafür zahlt das Land einen Aus­gleichs­be­trag von 1,72 Mil­lio­nen Euro. Zu die­sem zwei­ten Gewäs­ser­pa­ket gehö­ren neben zum Teil klei­ne­ren Seen bei­spiels­wei­se auch der Annahüt­ter See in der Gemein­de Schip­kau (Ober­spree­wald-Lau­sitz) mit einer Gesamt­flä­che von rund 203 Hekt­ar, der Gött­in­see bei Ket­zin (Pots­dam-Mit­tel­mark) mit einer Grö­ße von rund 20 Hekt­ar und eini­ge Gewäs­ser, wie bei­spiels­wei­se der Prer­au­er Stich in Zehdenick/Oberhavel, an denen nur Teil­ei­gen­tum des Bun­des besteht. „Gera­de bei die­sen Seen ist es wich­tig, dass das Land Bran­den­burg mit sei­ner Ver­mö­gens­po­li­tik dafür Sor­ge trägt, auch für die­se Gewäs­ser eine kom­plet­te Pri­va­ti­sie­rung zu ver­hin­dern und so den dau­er­haf­ten öffent­li­chen Zugang zu die­sen Gewäs­sern abzu­si­chern“, beton­te Gör­ke.

Nicht im zwei­ten Paket ent­hal­ten sind Gewäs­ser im Eigen­tum der BVVG mit einer Grö­ße von weni­ger als fünf, aber grö­ßer als ein Hekt­ar. Hier­bei han­delt es sich teil­wei­se nur um sumpf­ar­ti­ge, mit­un­ter ver­san­de­te Tei­che, die der­zeit als drit­tes Gewäs­ser­pa­ket ver­han­delt wer­den. Zudem wer­den auch mit der Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben (BImA) Ver­hand­lun­gen zur Über­nah­me von wei­te­ren Gewäs­sern geführt, die in deren Eigen­tum ste­hen.

Anders als beim ers­ten Gewäs­ser­pa­ket wer­den nicht nur die 51 Seen die­ses zwei­ten Pake­tes, son­dern auch die Seen der bei­den wei­te­ren Pake­te zuerst den Kom­mu­nen vor Ort (soge­nann­te Bele­gen­heits­ge­mein­den) und par­al­lel dazu den Land­krei­sen zur Über­nah­me in Kom­mu­nal­ei­gen­tum ange­bo­ten. Vor dem Hin­ter­grund der vor­lie­gen­den Inter­es­sen­be­kun­dun­gen ein­zel­ner Kom­mu­nen ist sich die Lan­des­re­gie­rung einig, dass auch Gewäs­ser des soge­nann­ten ers­ten Gewäs­ser­pa­ke­tes, denen eine vor­ran­gi­ge Bedeu­tung für den Natur- und Gewäs­ser­schutz des Lan­des sowie für den Lan­des­forst zukommt, auf Antrag und Gre­mi­en­be­schluss der jewei­li­gen Bele­gen­heits­kom­mu­ne sowie nach Prü­fung durch das fach­lich zustän­di­ge Minis­te­ri­um und nach Zustim­mung des Kabi­netts eben­falls auf die Kom­mu­ne über­tra­gen wer­den kön­nen.

 

Zum Hin­ter­grund:

Nach Pro­tes­ten aus den neu­en Bun­des­län­dern, ins­be­son­de­re Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Bran­den­burg, hat­te sich die BVVG auf Initia­ti­ve von SPD und Lin­ke im August 2009 bereit­erklärt, im Rah­men eines Mora­to­ri­ums die wei­te­re Pri­va­ti­sie­rung von Seen aus dem Treu­hand­ver­mö­gen vor­erst ein­zu­stel­len und Ver­hand­lun­gen mit den Län­dern auf­zu­neh­men.

Ers­tes Seen­pa­ket: Im August 2012 hat­te sich das Land Bran­den­burg mit der BVVG auf den Kauf von 65 Seen zu einem Kauf­preis von ins­ge­samt 3,74 Mil­lio­nen Euro geei­nigt, Ende Janu­ar 2013 stimm­te die Lan­des­re­gie­rung dem Kauf zu. Zu die­sem ers­ten Paket gehö­ren unter ande­rem der Fahr­län­der See in Pots­dam, der Mel­len­see im Land­kreis Tel­tow-Flä­ming und der Dreetz­see im Land­kreis Ober­ha­vel. Ins­ge­samt umfasst das Paket 3.135 Hekt­ar Was­ser­flä­che nebst angren­zen­den Ufer­flä­chen ver­schie­de­ner Nut­zungs­ar­ten.

Zwei­tes Seen­pa­ket: Mit dem zwei­ten Paket über­nimmt das Land Bran­den­burg von der BVVG ins­ge­samt 51 Gewäs­ser und teil­wei­se Gewäs­ser­rand­strei­fen mit einer Gesamt­flä­che von 820,51 Hekt­ar für einen Aus­gleichs­be­trag von 1,72 Mil­lio­nen Euro.

Drit­tes Seen­pa­ket: Das Land ver­han­delt mit der BVVG über wei­te­re Seen, die klei­ner als fünf Hekt­ar, aber grö­ßer als ein Hekt­ar sind.

Vier­tes Seen­pa­ket: Mit der Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben ver­han­delt das Land die Über­nah­me wei­te­rer Gewäs­ser.