Brandenburg verhandelt über weiteres Seenpaket

Nach 65 Seen des ersten Pakets geht es nun um weitere 36 Gewässer

Pots­dam – Nach­dem das Land Bran­den­burg sich im August des ver­gan­ge­nen Jah­res mit dem Bund auf den Kauf eines so genann­ten „Seen­pa­kets“ geei­nigt hat­te, hat das Land nun erneu­te Ver­hand­lun­gen über ein wei­te­res „Seen­pa­ket“ mit der bun­des­ei­ge­nen Boden­ver­wer­tungs- und ‑ver­wal­tungs­ge­sell­schaft (BVVG) auf­ge­nom­men. Dabei han­delt es sich um wei­te­re 36 Gewäs­ser mit einer Gesamt­flä­che von rund 570 Hekt­ar. Wie das Minis­te­ri­um der Finan­zen wei­ter mit­teil­te, wer­den dar­über hin­aus auch Ver­hand­lun­gen über Seen geführt, die jeweils klei­ner als fünf aber grö­ßer als ein Hekt­ar sind und kei­ne Fließ­ge­wäs­ser dar­stel­len.

Bran­den­burgs Finanz­mi­nis­ter Hel­muth Mar­kov erklär­te zu den lau­fen­den Ver­hand­lun­gen: „Wir füh­ren die Ver­hand­lun­gen mit dem Ziel, auch für die­se Seen eine Pri­va­ti­sie­run­gen zu ver­hin­dern und zu errei­chen, dass mög­lichst vie­le Bür­ge­rin­nen und Bür­ger die Gewäs­ser nut­zen kön­nen.“

Im August 2012 hat­te sich das Land Bran­den­burg mit der BVVG auf den Kauf von 65 Seen zu einem Kauf­preis von ins­ge­samt 3,74 Mil­lio­nen Euro geei­nigt, Ende Janu­ar 2013 stimm­te die Lan­des­re­gie­rung dem Kauf zu. Zu die­sem ers­ten Paket gehö­ren unter ande­rem der Fahr­län­der See in Pots­dam, der Mel­len­see im Land­kreis Tel­tow-Flä­ming und der Dreetz­see im Land­kreis Ober­ha­vel. Ins­ge­samt umfasst das Paket 3.135 Hekt­ar Was­ser­flä­che nebst angren­zen­den Ufer­flä­chen ver­schie­de­ner Nut­zungs­ar­ten.

Nach dem der­zei­ti­gen Stand ver­blei­ben von die­sem ers­ten Paket 20 Seen beim Land, für die übri­gen 45 Seen gibt es Vor­schlä­ge, die­se an die anlie­gen­den Kom­mu­nen unent­gelt­lich zu über­tra­gen. Dazu lau­fen der­zeit noch Prü­fun­gen, ob die Kom­mu­nen unter wirt­schaft­li­chen Aspek­ten in der Lage sein wer­den, die Seen zu über­neh­men und der Öffent­lich­keit dau­er­haft zugäng­lich zu machen. Es lie­gen von eini­gen Kom­mu­nen bereits ent­spre­chen­de Über­nah­me­an­trä­ge vor. Sobald die Prü­fung abge­schlos­sen ist, wird die von der Lan­des­re­gie­rung gebil­de­te inter­mi­nis­te­ri­el­le Arbeits­grup­pe den zustän­di­gen Aus­schüs­sen im Land­tag Bran­den­burg die Vor­schlä­ge für die Über­tra­gun­gen zur Zustim­mung zulei­ten.

Bei der Ver­hand­lung über das ers­te „Seen­pa­ket“ zwi­schen dem Land Bran­den­burg und der BVVG hat­te sich 2012 her­aus­ge­stellt, dass nach Auf­fas­sung des Lan­des 17 wei­te­re Seen zum Preu­ßen­ver­mö­gen gehö­ren. Im Rah­men der neu­er­li­chen Gesprä­che hat sich nun gezeigt, dass auch der Blan­ken­bur­ger See (Land­kreis Ucker­mark) hier­zu zählt, so dass das Land davon aus­geht, 18 Seen unent­gelt­lich über­tra­gen zu bekom­men. Zu zwei die­ser Gewäs­ser ver­tritt die BVVG jedoch eine ande­re Auf­fas­sung. Hier bleibt die Ent­schei­dung im anste­hen­den Ver­mö­gens­zu­ord­nungs­ver­fah­ren des Bun­des­am­tes für zen­tra­le Diens­te und offe­ne Ver­mö­gens­fra­gen abzu­war­ten.

Gesprä­che soll es zwi­schen Bran­den­burg und dem Bund fer­ner auch über Seen geben, die klei­ner als fünf aber grö­ßer als ein Hekt­ar sind und kein Fließ­ge­wäs­ser dar­stel­len. Die­se noch zu klä­ren­de Anzahl klei­ne­rer Seen war bei den Ver­hand­lun­gen zum ers­ten „Seen­pa­ket“ zunächst aus­ge­nom­men wor­den.

Hin­ter­grund:

Nach Pro­tes­ten aus den neu­en Bun­des­län­dern, ins­be­son­de­re in Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Bran­den­burg, hat­te sich die BVVG auf Initia­ti­ve von SPD und Lin­ke im August 2009 bereit erklärt, im Rah­men eines Mora­to­ri­ums die wei­te­re Pri­va­ti­sie­rung von Seen aus dem Treu­hand­ver­mö­gen vor­erst ein­zu­stel­len und Ver­hand­lun­gen mit den Län­dern auf­zu­neh­men.

Bran­den­burg ver­fügt über rund 100.700 Hekt­ar Gewäs­ser­flä­che, davon rund 50.000 Hekt­ar Seen­flä­che (3.200 Seen über fünf Hekt­ar).